Project acronym: LIVERHOPE

Project full title: "Simvastatin and Rifaximin as new therapy for patients with decompensated cirrhosis"

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LIVERHOPE project

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Ein Blick auf das Projekt
Leberzirrhose ist eine weit verbreitete, chronische Lebererkrankung, die eine der häufigsten Todesursachen in Europa darstellt. Sie führt zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität betroffener Patienten und belastet darüber hinaus auch in erheblichem Maße das Gesundheitssystem..


Fig. 1: Potenzielle vorteilhafte Effekte von Simvastatin und Rifaximin auf Zirrhose (klicke zur Vergrößerung auf das Bild)

Die aktuellen Therapiestandards orientieren sich zurzeit vor allem an der Behandlung symptomatischer Zirrhosekomplikationen und haben sich in den letzten 20 Jahren nicht wesentlich verändert. Eine Therapie, die an der zugrunde liegenden Pathophysiologie der Zirrhose ansetzt, ist daher dringend notwendig.

Das Ziel der LIVERHOPE Studie besteht in der Evaluation einer neuen Therapiestrategie für Patienten mit Leberzirrhose, die auf einer Kombination der Medikamente Rifaximin und Simvastatin beruht. Diese greift auf Höhe der sogenannten Darm-Leber-Achse ein und beeinflusst die für das Fortschreiten der Leberzirrhose verantwortliche systemische und hepatische Entzündungsreaktion (Fig.1 und 2).

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Fig.2 Pathophysiologie der Leberzirrhoseentwicklung. Bei der Entstehung der Leberzirrhose kommt es zu Veränderungen in der Darm-Leberachse mit hepatischer, sowie systemischer Entzündungsreaktion. Diese Veränderungen interagieren miteinander, was zu portalem Hypertonus und einem Fortschreiten der Zirrhoseentwicklung führt.

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Auf die Beeinträchtigung der Darm-Leber-Achse wirkt Rifaximin, ein nicht-systemisch wirkendes Antibiotikum, das die Darmpermeabilität verringert, damit die systemischen Endotoxinlevel reduziert, die ein Charakteristikum der Leberzirrhose darstellen, sowie das Mikrobiom des Darms moduliert.
Die Entzündungsreaktion wird durch den Einsatz von Simvastatin, einem Medikament aus der Familie der Statine, gezielt beeinflusst. Simvastatin reduziert sowohl systemische, als auch hepatische Entzündungen, verbessert die veränderte hepatische Mikrozirkulation, senkt portalen Hypertonus und verringert das Fortschreiten der Fibrose.

Um die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit einer Medikamentenkombination aus Rifaximinin und Simvastatin bei Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose zu untersuchen, werden wir zwei randomisierte klinische Studien durchführen, an denen Zentren in Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien und England teilnehmen.

Das Hauptanliegen der LIVERHOPE Studie besteht darin, die Lebensqualität und die Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten zu verbessern.

Im Rahmen des LIVERHOPE Projekts werden wir Biomarker untersuchen, die Aufschluss über den Behandlungserfolg und das Fortschreiten der Erkrankung geben, um im klinischen Alltag eine Verbesserung unserer Behandlungsstrategie erzielen zu können.

Wir erhoffen uns, die Entwicklung des akut-auf-chronisches Leberversagens bei Zirrhosepatienten zu verzögern oder sogar stoppen zu können, denn hierbei handelt es sich um die häufigste Todesursache bei diesem Patientenklientel. Außerdem erwarten wir, Komplikationen der Krankheit, die zu häufigen und langanhaltenden Krankenhausaufenthalten führen, zu minimieren, was nicht zuletzt eine Kosteneinsparung für das Gesundheitssystem bedeuten würde.

Und letztlich ist uns auch die Kommunikation und öffentliche Verbreitung unseres Projekts und seiner Fortschritte unter den Patienten, innerhalb der Bevölkerung und der Politik ein Anliegen, um ein öffentliches Bewusstsein für chronische Lebererkrankungen zu schaffen.

Rückten chronische Lebererkrankungen mehr in den Fokus öffentlichen Interesses, könnte dies einen positiven Effekt auf Prävention und soziale Stigmatisierung bereits betroffener Patienten haben.